Bericht über eine Kulturrundreise im Herzen Nepals

vom11.11.17 – 26.11.17

Mettmann, den 09.12.17, Bericht von Gregor Beckers

Anlässlich des Bestehens der Kinderhilfe Nepal e. V. Mainz beschloss der Verein
vor weit über einem Jahr, dem von ihm betreuten und finanziell unterstützten
Kinderheim Parizat Nestling Home (PNH) in Kathmandu einen Besuch abzustatten
und diesen Besuch mit einer 14-tägigen Kulturrundreise im Herzen Nepals zu
verbinden. Aus dieser Kulturrundreise ist eine faszinierende und unvergessliche
Nepalreise geworden.

Als meine Frau und ich vor fast eineinhalb Jahren von Mettmanner Freunden
eingeladen wurden, an dieser Reise teilzunehmen, sagten wir spontan zu und hatten
damit die einmalige Gelegenheit, einen lang gehegten Traum, Nepal zu besuchen
und den Himalaja einmal mit eigenen Augen sehen zu können, in die Tat
umzusetzen. Mit großer Dankbarkeit gegenüber dem Verein, besonders aber auch
gegenüber dem Leiter des Kinderheims, Herrn Singh B. Moktan, seiner Frau und
seinem Hausteam und ganz besonders natürlich gegenüber den im Heim
wohnenden Mädchen, die uns so großartig empfangen und uns ihr Können gezeigt
haben, möchte ich diesen Bericht schreiben.

Ich dachte, diesen Bericht nicht chronologisch dem jeweiligen Tagesablauf
entsprechend abzufassen, was den Rahmen des Berichts sprengen würde, sondern
unter folgenden drei Erlebniskreisen anzugehen.

1. Erlebniskreis: „Namasté“
2. Erlebniskreis: Hinduistische und buddhistische ‚Weltdeutung‘ in Nepal
3. Erlebniskreis: Landschaft und Natur in Nepal

1. Erlebniskreis: „Namasté“

 

Leider beherrsche ich die Sprache Nepali nicht, aber trotzdem ahne ich den
Bedeutungsinhalt dieses Klangwortes „Namasté“. Im Reiseführer las ich: Namasté =
Guten Tag / Auf Wiedersehen (besonders höflich). Als aber unsere Reisegruppe (23
Personen) am Sonntagnachmittag (12.11.) nach unserer Landung von einer
Mädchenschar des o.g. Kinderheimes begrüßt wurde, wurde jeder Person einzeln
dieses „Namasté“ mit einer leichten Verbeugung und mit wie zum Gebet
zusammengelegten Händen ‚zugesprochen‘.
„Namasté“ – da klingt mehr mit als nur ein sprödes Guten Tag oder Auf
Wiedersehen. Kein ‚Wort‘ habe ich so oft gehört wie dieses „Namasté“ , immer
untermalt mit leichter Verbeugung und in Gebetshaltung. Es sagt mir: „Ich habe
Achtsamkeit vor dir und ich verneige mich vor dir als einem Gast dieses Landes,
dieses Hauses, der etwas Göttliches und Unantastbares in sich trägt.“
(Gebetsgestus)
Inzwischen habe ich mich etymologisch kundig gemacht: „Nama“ bedeutet
verbeugen, „as“ heißt ich und „te“ meint du. So höre ich in diesem unvergesslichen
Wortklang „Namasté“: „Ich verbeuge mich vor dir – du hörst mein Wort und nimmst
meinen Gestus wahr. In der Sinntiefe unserer Existenz ahnen wir das Göttliche
(Atman). Deine Würde ist auch meine Würde – das macht uns unantastbar.“
Herr Moktan, seine Frau, jedes einzelne Mädchen, jeder Angestellte eines Hotels,
eines Geschäfts, jede Frau auf dem Markt, jeder Wächter im Tempel, im Museum
etc. sprach mir dieses „Namasté“ zu mit einem konstanten wohttuenden Klang. So
hörten und sahen wir gleichsam dieses „Namasté“ bei unserem Besuch des
Kinderheims am 4. Tag unserer Reise.
Ich möchte diesen 4. Tag nicht im Detail nachzeichnen, aber exemplarisch das Tun
der Mädchen hervorheben. Die 60 Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren, die uns mit
ihren Tänzen aus hinduistisch-buddhistischer Tradition, mit ihren wie kleine Göttinnen
geschminkten Gesichtern und ihren farbenprächtigen Gewändern so in ihren Bann
zogen, entwickeln m. E. im Tanz, im Erlernen von Sprachen, einschließlich Sanskrit,
in der Aneignung von vielen Handwerkskünsten ein tiefes Selbstvertrauen und eine
ansteckende Lebensfreude. – Alle 23 Teilnehmer dieser Kulturrundreise spürten am
Abend dieses Besuchstages den umfassenden Bedeutungsklang von „Namasté“.
Für viele von uns durfte es nicht bei diesem einen Besuchstag bleiben (s.u.). Dass
wir alle bei der ersten Begrüßung einen Schal erhielten und eine kleine bronzene
Figur eines Shiva, eines Vishnu oder eines Buddha, untermalte die
Bedeutungsdimension von „Namasté“. Als die größeren Mädchen neben ihren
Tänzen auch noch ihre Karate-Übungen zeigten – sie hatten bereits in dieser
Kampfsportart mehrere überregionale Preise gewonnen, kam mir der Gedanke, dass
diese Mädchen einmal ihre Zukunft selbstbewusst selbst in die Hand nehmen würden
entgegen aller kulturbedingten Rollenzuweisung der Frau in Nepal. Brigham Young
hat recht: „You educate a man, you educate a man. You educate a woman, you
educate a generation.“ –

Immer, wenn wir uns in das Verkehrschaos von Kathmandu begaben, sei es zu Fuß
durch die engen Gassen, durch die mehr Mopeds fahren als Fußgänger gehen, sei
es mit dem Bus oder mit einem Taxi, wunderten wir uns über die Freundlichkeit der
Menschen. Ohne Ampel, fast ohne jede Verkehrspolizei, regelte sich der Verkehr, wie
von Geisterhand gesteuert. Non verbal mit einem kleinen Wink oder einem winzigen
Fingerzeig gewährte man sich die Vorfahrt. Während unser Bus an einem
entgegenkommenden Bus vorbeifuhr, lächelten uns die Menschen durchs Fenster
an. Die gleiche Erfahrung machten wir auf der Hauptverkehrsader Nepals von Ost
nach West. Jede enge Kurve zwang die LKW-Fahrer, Meter für Meter selbst zu
regeln, wie man aneinder vorbeikommen konnte, wobei die entstehenden Lücken
auch noch von durchhuschenden Mopedfahrern ausgenutzt wurden. Kein lautes
Wort, kein Wutausbruch, sondern ein Lächeln, ein Fingerzeit oder ein Wink aus dem
Seitenfenster. Ich habe in den zwei Wochen nicht einen Unfall auf den zum Teil
unasphaltierten Straßen gesehen. Immer wieder dachte ich an den Klang von
„Namasté“ oder auch an Buddhas Lehre vom achtfachen Weg, dessen 7. Variation
lautet: „Rechte Achtsamkeit.“ Allein diese Erfahrung macht Nepal zu einem
faszinierenden und bewundernswerten Land, erst recht, wenn man sich bewusst
macht, dass in Nepal 28 Millionen Menschen in 23 unterschiedlichen Ethnien mit je
eigener Sprache wohnen. In jahrhunderte-langer Selbstbehauptung lebten und leben
die Nepali ‚eingerahmt‘ zwischen Tibet, China und Indien und haben eine
Religionskultur entwickelt, die hinduistisch und buddhistisch zugleich ist.

 

2. Erlebniskreis: Hinduistisch-buddhistische Weltdeutung im Spiegel der Pagoden und Stupas in Nepal

 

Unser Reiseleiter, Herr Sushil Kumar Kshatri, war ein ausgesprochener Glücksfall für
unsere Reisegruppe, nicht nur, weil er ein am Goetheinstitut erlerntes gutes Deutsch
sprach und genaueste Kenntnis in hinduistischen und buddhistischen Mythologien
besaß und die Ätiologien aller von uns besuchten Tempel und Stupas zu erzählen
verstand, sondern auch, weil alles in ihm von einem tiefen Humor geprägt war und er
uns alle nach wenigen Stunden mit Vornamen kannte und ansprach. Ich erfuhr von
ihm, als ich ihn nach der Bedeutung seines Namens fragte, dass „sush“ gut heißt und
„il“ Charakter bedeutet; Sushil also mit „guter Charakter“ zu übersetzen ist. Er
schaute mich bei dieser Erläuterung humorvoll lächelnd an. – Da eine chronologische
Aufzählung aller hinduistisch-buddhistischen Tempel und Stupas den Rahmen dieses
Berichtes sprengen würde, möchte ich exemplarisch einige Besichtigungen
besonders hervorheben. –
Für einen gläubigen Hindu ist die Welt nur verstehbar in einer „Rita“, in der rechten
Korrespondenz zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, zwischen der Alltagswelt
und dem Unverfügbaren, zwischen Erde und Himmel, zwischen existenzieller
Vorläufigkeit und unauslotbarer Sinntiefe. So wundert es nicht, dass es kaum eine
Straße, eine Kreuzung oder einen Marktplatz in Kathmandu oder anderswo gibt, wo
nicht ein Shiva-, ein Vishnu-, ein Ganesha-Tempel oder eine meist große, den
Stadtteil beherrschende buddhistische Stupa steht. Wir alle waren erstaunt, wie viele
Tempel nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 wieder aufgebaut waren und
wie oft an den abgestützten Pagoden das Hämmern der Nerwa (einer Volksgruppe,
deren Handwerker und Künstler schon seit Jahrhunderten die wunderbaren
Holzschnitzereien an den Fenstern und Dachträgern der Tempel durchführen) zu
hören war. – Nach einem ersten Besuch der Altstadt Kathmandus und des Durbar
Square, des ehemaligen Königspalastes besuchten wir Swayambunath, eine
buddhistisch-hinduistische Tempelanlage, die auf einem Hügel liegt und ganz
Kathmandu beherrscht. Die dort lebenden Affen hatten mir zwei Äpfel, die an meinem
Rucksack hingen, sofort stibitzt. Man erreicht den Hügel über eine lange Treppe, geht
an vielen Gebetsmühlen vorbei, in denen sich auf Papier geschriebene Mantras
befinden, die die Gläubigen in eine Drehung versetzen – Symbol eines wortlosen
Wortes an den vergöttlichten Buddha, dessen Stupa mit den 13 sich verjüngenden
goldenen Ringen auf der Spitze wie ein Turm den gesamten Hügel überragt. Die
Stupa zeigt Buddha, der in alle vier Himmelsrichtungen schaut, nach Norden, Süden,
Westen und Osten ist er identisch symbolisiert. Man sieht zwei Augen (keine Ohren),
auf der imaginären Stirn ein drittes Auge, das die Weisheit symbolisiert und eine
Nase, die aber keine Nase ist, sondern ein „ek“, eine stilisierte in Nepali
geschriebene 1.

Für mich symbolisiert dieses ‚Gesicht‘ eine sich meditativ erschließende Einheit des
Kosmos. Auf vielen Mandalas ist in ganz Nepal dieses ‚Stupa-Bild‘ als Tiefen-Mitte zu
sehen. Buddhistisch gedeutet, entzieht sich Buddha jeder Berührung und jeder Anbetung, sein Weg erfüllt sich im Nirvana, in der absoluten ‚Leidlosigkeit‘; Buddha
verweist auf den Weg, das Gehen dieses Weges überlässt er den Menschen.
Hinduistisch gedeutet, ist Buddha eine Inkarnation von Brahma. So pilgern gläubige
Hindus ebenso wie Buddhisten zu dieser über Kathmandu wachenden Stupa, die von
Gebetsfahnen umgeben ist, wie an ganz vielen Orten im Land.

Die kleinen Gebetsfahnen sind fast immer in der Reihenfolge folgender Farben angeordnet: Das
Weiß steht für den Himmel, das Blau für die Luft, das Gelb für die Erde, das Grün für
das Wasser und das Rot für das Feuer. Da das Nepali-Wort ‚swayambu‘ soviel
bedeutet wie ‚das aus sich selbst Entstehende‘, sah ich hier eine spirituelle
Integration des ‚Unverfügbaren‘ in beiden Nepal prägenden Religionen. Bei unseren
weiteren Besuchen der beiden weiteren Königstädte Patan und Baktapur machten
wir ähnliche interreligiöse Entdeckungen zwischen Hinduismus und Buddhismus, so
dass wir oft rätseln mussten, ob wir uns in einem Hindu-Tempel oder in einem
Buddha-Heiligtum befanden. Die in Jahrhunderten in Nepal gewachsene Integration
hinduistischer und buddhistischer Weltdeutung ist ein Spezifikum Nepals, das
erheblich zu einem friedlichen Miteinander der vielen Ethnien beiträgt.
Das Neydo-Kloster im Mittelgebirge südlich von Kathmandu, wo wir im Klosterhotel
für zwei Nächte blieben, erschien uns nach dem Lärm und dem schmutzig-gelben
Staub von Kathmandu (ein Großteil der einheimischen Bevölkerung trug ständig
Mundschutz) wie eine Oase, wie ein Meditationsort zum Auf- und Durchatmen.
Unsere zweistündige Teilnahme an einer Meditationseinführung durch einen
Mönchslehrer und seinen Schüler, der uns die Ausführungen seines Meisters ins
Englische übersetzte, ließ mich an Buddhas Lehre von ‚den vier Wahrheiten und den
achtfachen Weg‘ denken. Der entspannte Lotos-Sitz der beiden Mönche fand unsere
Bewunderung; uns hätte er erhebliche Schmerzen bereitet und war einfach nicht
nachvollziehbar, was beide wohlwollend tolerierten.

Ein weiterer Höhepunkt im Erlebniskreis hinduistisch-buddhistischer Weltdeutung war
m. E. der Besuch und die Beobachtung einer Verbrennungszeremonie in
Pashupatinat, einer riesigen Tempelanlage des Gottes Shiva, der als Gott der
Zerstörung und zugleich der Erneuerung gilt. Wir beobachteten die Einäscherung
eines Familienvaters von der gegenüberliegenden Seite des Bagmati-Flusses aus,
an dem der Tempel Pashupati liegt. Ich verzichte hier im Bericht auf
Detailbeschreibung, sondern äußere nur meine Gedankenwahrnehmungen. Die
Verbrennung eines Verstorbenen am Shiva-Tempel bedeutet für den Hindu, die
‚Seele‘, das ‚Innerste‘, ‚Atman‘ freizusetzen ins Samsara, in den ewigen
Seelenkreislauf, in die Ermöglichung einer neuen Reinkarnation. Im Platzen des
Schädels während der Verbrennung hört ein Hindu gleichsam den
Befreiungsvorgang der ‚Seele‘. Ich dachte an das mittelalterliche Bildwort: „Media vita
in morte sumus“ – „mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“. Die
selbstverständliche Hineinnahme des Todes in den Lebensvollzug vor aller Augen
hatte etwas Beeindruckendes und machte einige von uns nachdenklich und ließ nach
der Erinnerungskultur in unserer eigenen sgn. westlichen Welt fragen. – Ich erfuhr
noch, dass während der Verbrennung Shiva selbst nach Hindu-Glauben dem
Verstorbenen ein Mantra ins Ohr flüstert.
Es ließe sich noch eine Fülle von Eindrücken aus der hinduistisch-buddhistischen
Kultur erzählen; nur auf eine immer wiederkehrende Symbolik möchte ich noch
aufmerksam machen. An allen Pagoden verlief von der Spitze bis zum untersten
Dachvorsprung ein breites vergoldetes Band, auf dem die Götter vom Diesseits ins
Jenseits und umgekehrt schreiten konnten. Die ‚Rita‘, die rechte Korrespondenz
zwischen ‚hier‘ und ‚dort‘, zwischen ‚oben‘ und ‚unten‘, Alltag und Unverfügbarem
wird für den Hindu in jedem Tempel präsent. Es gibt keinen Bereich des Lebens, in
dem nicht eine Inkarnation (Awatar) von Brahman, Shiva oder Vishnu ‚zuständig‘
wäre. Hierzu gehören auch die erotischen Spiele, die auf die schrägen Dachbalken
eingeschnitzt sind, die das unterste Dach der Pagoden abstützen. Richtig
wahrnehmbar werden diese erotischen Fantasien, wenn man sie mit der Kamera
‚heranzoomt‘.

3. Erlebniskreis: Landschaft und Natur in Nepal

Dass in den zwei Wochen unserer Nepalreise ständig die Sonne schien und wir bei
sommerlichen Temperaturen unsere Exkursionen und Wanderungen machen
konnten, war ein Geschenk des Himmels. Ein einstündiger Rundflug am 4. Tag mit
der Air Buddha von Kathmandu aus bleibt für alle Reiseteilnehmer, die sich diese
Möglichkeit nicht entgehen ließen, unvergesslich, zumal die überaus freundlichen
Stewardessen uns einzeln die ‚Achttausender‘ der Himalaja-Kette zeigten, vom
Mount Everest im Osten mit dem vorgelagerten Lhotse bis zum Langtang-Massiv im
Norden von Kathmandu. Dass wir einzeln auch noch ins Cockpit der
Propellermaschine eintreten durften, war eine besondere Überraschung und ließ
mich im Anblick der Berge an den Schöpfungspsalm, Ps 8, denken, den ich am
liebsten gesungen hätte.
In besonderer Erinnerung wird uns auch die Wanderung über das Haatiban Resort
bis zum Aussichtsgipfel Champa Devi (2287m) bleiben, den wir über 1364
Treppenstufen erklettern mussten bei einem Höhenunterschied von 800m. Beim
Aufstieg hatten wir ständig den Himalaja auf der rechten Seite vor Augen mit dem
Ganesh-Himal, dem Langtang-Massiv und dem Manaslu und auf der linken Seite die
Mittelgebirgslandschaft südlich des Kathmandutales mit ihren Reisterrassenfeldern.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass uns der Himalaja emotional noch tiefer berühren
könnte. Aber unsere Fahrt nach Nagarkot (2175m) mit einer Übernachtung im
dortigen Panoramahotel ließ uns den Sonnenuntergang über dem Himalaja-
Hauptkamm und den Sonnenaufgang über den Bergspitzen des Himalaja erleben.
Ich dachte, wenn jemand im Laufe seines Lebens das Staunen verlernt hat, hier
müsste er es zurückgewinnen, was sich im Schweigen aller spiegelte, als sich die
schneeweißen Bergspitzen in der Morgensonne zeigten. Diese tiefen
Überwältigungen wiederholten sich, als wir am 13. Reisetag am frühen Morgen vom
Aussichtspunkt Sarangkot oberhalb von Pokhara den Macchapuchare (6997m) im
Sonnenlicht leuchten sahen und die westliche Bergkette des Himalaja bis zum
Daulagiri (weißer Berg) bestaunten.

Unvergessen bleibt die lange Busfahrt nach Pokhara, auf der o.g. Ost-West-
Verbindung. Wir sahen Frauen auf den Flachdächern der kleinen Bauernhäuser beim
Dreschen von Hirse, beim Trocknen von Mangoldblättern und beim Wenden von
Reis-, Maiskörnern und Kichererbsen, die sie mit nackten Füßen von Zeit zu Zeit hinund
herschoben. Unvergessen bleibt auch der Besuch von Bandipur, einer
ehemaligen Handelsstadt (1030m) der Nerwa, wo wir in einem Hotel übernachteten,
dessen Fenster und Türen geschnitzte Ornamente schmückten. Bei der
Verabschiedung am Morgen erhielt jeder einen Schal und eine ‚Tika‘, einen roten
Segenspunkt auf die Stirn gedrückt mit dem Zuspruch ‚Namasté‘. Ein anstrengendes
Erlebnis auf der Fahrt nach Pokhara war der Besuch der Siddha-Höhle, die einige
von uns an die Grenze der Belastbarkeit führte. Wohltuend und äußerst erholsam
war unsere kleine Bootsfahrt auf dem herrlichen Begna-See in der Nähe von
Pokhara.

Der Rückflug von Pokhara nach Kathmandu erlaubte uns noch einmal einen langen
Abschiedsblick auf die Himalaja-Kette. Der Nachmittag dieses vorletzten Tages in
Kathmandu war Bodhnat gewidmet mit der wunderbaren Stupa, die am Abend
angestrahlt war und an die Stupa von Swayambunath erinnerte. Mich faszinierte der
Besuch einer Mandala-Mal-Schule dort, die ahnen ließ, was Buddha mit der
8.Variation des achtfachen Weges meinte, ‚Rechtes Sich-Versenken‘ , als ich mich
auf die Tiefe der Bildmitte der Mandalas gedanklich einzulassen suchte. Das
feierliche Abendessen im Restaurant gegenüber der Stupa und die Verabschiedung
unseres Sushil bleiben emotional unvergessen.
Am Vormittag unseres Abflugtages fuhren 14 Teilnehmerinnen/Teilnehmer unserer
Reisegruppe noch einmal zum Kinderheim, um mit den Mädchen dort zu basteln. Die
Begeisterung, mit der sich die Kinder auf ganz unterschiedliche kreative
Bastelformen einließen, war ansteckend und ließ noch einmal das ‚Namasté‘ in
seiner Bedeutungsbreite erfahren. Herr Moktan und seine Frau ließen es sich nicht
nehmen, uns mit einem köstlichen Mittagessen zu überraschen.
Ich verbinde mit meinem Bericht, der vielleicht ein wenig meine Begeisterung für
Nepal dem Leser zu verdeutlichen vermag, die Hoffnung, dass der Verein Kinderhilfe
e.V. Mainz noch viele neue Mitglieder gewinnt und langfristig breite Unterstützung
erfährt, so dass den Mädchen im Parizat Nestling Homes (PNH) auf lange Zeit eine
positive Zukunft ermöglicht wird in einem selbstbestimmten Leben.

Nepal ist ein wunderbares Land!

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 Herr Moktan, der Leiter des Parizat Nestling Homes, hat seine Arbeit unter das Motto gestellt: „You educate a man you educate a man. You educate a woman, you educate a generation.“  Herr Moktan sagte uns: „I work for the girls, the country and the society“.

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